Vom Weltenbummler zum Schokoladenmacher – Choco del Sol

Allein der Duft der Kakaobohnen - in der Manufaktur allgegenwärtig – ist unbeschreiblich. Was viele interessieren dürfte: „Unsere Schokolade macht nicht dick“, so Patrick Walter. Denn während in herkömmlichen Schokoladen nur acht bis 13 Prozent realer Kakaogehalt stecken – der Rest sind jede Menge Zucker, billige Fette und Zusatzstoffe – kommen bei Choco del Sol 80 bis 100 Prozent Kakaobohnen in die Tafel. Und das macht sie sogar ein bisschen gesund. Denn: „Die Kakaobohne ist der gesündeste Samen, den es auf der Welt gibt. Er enthält so viel Eisen, Magnesium, Calcium und Vitamin D, wie kein anderer Samen in der Natur.“ Fragt man die Mitarbeiter, die alle zur Familie gehören, wie viel sie jeden Tag von der Schokolade naschen, ist breites Schmunzeln angesagt, denn hier darf man einfach öfter zugreifen.

Alles ist bei Choco del Sol „Bean to Bar“. Was neumodisch klingt, bedeutet ganz einfach, dass die Schokolade direkt von der Kakaobohne zur Tafel wird – und nicht wie bei herkömmlichen Tafeln, wo man Schokoladenmasse aus dem Ausland weiterverarbeitet. So entstehen pro Monat rund 2.000 Tafeln hochwertige Schokolade in bis zu 20 Sorten in Handarbeit. Ob pure Schokoladen oder Tafeln verfeinert mit Kaffee, sibirischen Zedernnüssen, Pfeffer oder Ananas – Patrick Walter arbeitet nur mit Zutaten, von denen er jederzeit den Weg bis zum Erzeuger zurückverfolgen kann.

Überhaupt haben Nachhaltigkeit und Fairness bei dem kleinen mittelsächsischen Unternehmen Vorrang gegenüber Profit. „Natürlich wollen wir von unserer Manufaktur leben können. Wichtiger sind uns aber Werte. Wir beziehen unseren Kakao aus Mittel- und Südamerika und unterstützen die Bauern vor Ort dabei, von ihrer Arbeit ebenfalls ein gutes Leben führen zu können.“ Dass alles 100 Prozent Bio ist, muss da schon fast gar nicht mehr erwähnt werden. Und Patrick Walter geht noch weiter: Beim Vertrieb verzichtet er bewusst auf große Ketten, dafür ist die Schokolade neben dem eigenen Webshop deutschlandweit in vielen inhabergeführten Geschäften gelistet.

Aber wie wird man überhaupt Chocolatier? Einfach eine Ausbildung machen? Nein, denn leider kann man dieses Handwerk nirgends in Deutschland lernen. Also ging Patrick Walter kurzerhand für ein Jahr bei einem Kaffeeröster in die Lehre – schließlich müssen auch die Kakaobohnen geröstet werden. Tipps zur Schokoladenherstellung gab es von verschiedenen Partnern. Aber wie das nun mal so ist: „Ein Klavierlehrer erklärt seinem Schüler, welche Tasten er wie drücken muss. Spielen muss der Musiker dann selbst. So ist es auch bei der Schokolade. Wir werden nie aufhören, uns weiter zu verbessern.“

Und was macht ein Weltenbummler eigentlich im Landkreis Mittelsachsen? Ganz einfach: Patrick Walter stammt aus der Region – Radtouren und Jugendherbergsfahrten auf Schloss Rochsburg inklusive. Und wenn dann noch die Liebe dazukommt – seine Frau Peggy stammt aus Burgstädt – dann kann auch ein Tauchlehrer, der schon die halbe Welt gesehen hat, auf dem Land sesshaft werden. „Und ich würde es nicht mehr anders wollen. Hier ist unser Zuhause und das Muldental ist einfach schön. Sogar wir entdecken hier immer noch neue Dinge und freuen uns, mit unserem Angebot auch den Tourismus nachhaltig zu unterstützen.“

Und so kann Schokolade tatsächlich glücklich machen – und zwar nicht nur beim Naschen, sondern alle vom Erzeuger über den Hersteller bis hin zum Händler.

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