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Was Jeans mit Dachpappe zu tun haben

Papier ist nicht nur Papier – das ist das Erste, was man bei einem Besuch bei der PAMA lernt. Denn der Begriff „Papier“ umfasst nicht nur alles, was im Wesentlichen aus Fasern pflanzlichen Ursprungs besteht. Und so komplex wie das Thema ist auch die Arbeit bei der PAMA. Ein Mitarbeiter braucht mehrere Jahre, bis er sich in die Grundlagen eingearbeitet hat. Zu Recht hat sich die PAMA als Nischenanbieter für Speziallösungen etabliert. „In der Unternehmensgeschichte sind viele spannende Projekte mit unglaublichen Anwendungsfeldern zu finden, an denen wir gewachsen sind“, berichtet Uwe Maier, der das Unternehmen seit 2015 führt. „Jüngst gab es ein Projekt, bei dem Dachpappe aus 60 Prozent recycelter Jeansfaser auf unserer Maschine hergestellt wurde.“ Auch bei der Produktion von innovativen Papieren auf Alkoholbasis, die sich bei Feuchtigkeit sofort auflösen, waren Maschinen der PAMA integriert. So können wichtige Dokumente, die in Tresoren lagern, vor fälschlichem Zugriff geschützt werden.

Maschinen, die Fasern aus Biogasanlagen zu Mulchpapieren verarbeiten, werden in Freiberg gebaut. Diese Papiere kommen als Unkrautmatten, zur Schalldämmung oder zu Erosionsschutzzwecken, zum Beispiel an Erdwällen, zum Einsatz. Man sieht: Die PAMA kann weitaus mehr als „nur“ Papier!

Mitarbeiterbeteiligung – größte Unternehmensgesellschaft Deutschlands

Das Unternehmen wurde 1855 als Eisengießerei gegründet und agiert heute mit führenden Papiermaschinenherstellern auf Augenhöhe. Nach einigen Führungswechseln stand die PAMA 2015 vor dem Aus. Der gebürtige Olbernhauer Uwe Maier, der einige Jahre zuvor in das Unternehmen gekommen war, führte, zusammen mit seinem Kollegen Erik Lippert, die PAMA mit dem innovativen Konzept der Mitarbeiterbeteiligung in eine neue Ära.

Die Firmenanteile der PAMA teilen sich heute insgesamt vier Gesellschafter. Auch die 55 Mitarbeiter sind zu insgesamt 12 Prozent am Unternehmen beteiligt und haben Mitspracherecht bei der Entwicklung und wichtigen Entscheidungen. „Ja, unser Konzept ist ungewöhnlich“, sagt Maier. „Doch es schafft eine ganz klare Positionierung jedes Einzelnen zum großen Ganzen. Das Kollegium denkt unternehmerischer. Jeder strengt sich an, damit es allen gut geht.“ Uwe Maier schätzt Arbeitnehmer, die mitdenken, Entscheidungen selbstbewusst treffen und klar Position beziehen. „Unser Aufgabenspektrum ist vielseitig und spannend. Das erfordert viel Eigenverantwortung. Ich kann mich auf das fachliche Know-how des gesamten PAMA-Teams absolut verlassen“, erklärt der bisher jüngste Geschäftsführer, den das Unternehmen je hatte. „Gerade im Spezialvliesbereich wird Geheimhaltung großgeschrieben, weil es um ausgeklügelte Konzepte und Innovationen geht. Da muss man sich reinfuchsen und trägt ein hohes Maß an Verantwortung.“

Die Mitarbeiter genießen im Gegenzug viele Freiheiten. „Für unsere Unternehmensgröße haben wir eine flache Hierarchie. So können wir Entscheidungen schnell treffen und entsprechend umsetzen“, betont der 44-Jährige.

Die PAMA bringt Konzepte zu Papier

„Unsere Kunden kommen mit Ideen und Visionen zu uns und wir versuchen, diese umzusetzen. Wir liefern nicht nur die Ausrüstungen. Wenn zum Beispiel Vlies für Windeln hergestellt werden soll, dann lassen wir unser Know-how gern in die Entwicklung der Rezepturen mit einfließen und testen an Pilotmaschinen unserer Partner“, beschreibt der Firmenchef die Herangehensweise. „Im Sommer 2020 haben wir eine Maschine für Filtermaterialien nach Asien ausgeliefert.“ Ein echtes Großprojekt für den kleinen Mittelständler: Es flossen etwa 12.000 Konstruktions- und 15.000 Fertigungsstunden in diese Maschine. Bis zu 15 Mitarbeiter sind vom Entwurf bis hin zur Detailkonstruktion beteiligt.

Nach Auftragseingang wird die Maschine hier vor Ort in Freiberg konzipiert, konstruiert, gefertigt, vormontiert und auf Herz und Nieren getestet. Erst dann demontieren wir sie und liefern aus. Auch an bestehenden Maschinen unserer Kunden entwickeln wir stetig weiter. Soll eine Maschine schneller oder andere Produkte produzieren oder die Trocknungszeit verringert werden, dann machen wir uns das zur Aufgabe. Die Erkenntnisse, die wir dabei gewinnen, fließen in ähnliche Projekte ein.

„Mit einer genauen Bedarfsanalyse halten wir den Investitionsaufwand des Kunden niedrig – und unser Innovationspotenzial hoch“, unterstreicht Uwe Maier. „Wir sind nicht daran interessiert, möglichst viel zu verkaufen – sondern genau das Richtige für unsere Kunden.“

Vielfalt ist Programm

Was ist das Lieblingsprodukt des Unternehmers? Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: die Schrägsiebanlagen. Und das aus gutem Grund. Vom Teebeutel bis hin zum Metallfaservlies können hierauf verschiedenste Produkte hergestellt werden. Der Rohstoffvielfalt sind dabei keine Grenzen gesetzt: Als Fasern kommen Zellstoff, Titan, Carbon, Kunststoff und vieles andere zum Einsatz.

Blick in die Zukunft

„Wir wollen gesund wachsen, so wie in den letzten sechs Jahren. Dafür ist die Auslastung unserer eigenen Bearbeitungsmaschinen eine wichtige Grundlage“, betont Maier. In der Werkhalle der PAMA stehen solide Maschinen, die so nicht jeder hat: beispielsweise zwei Hobelmaschinen, zwei Bettfräsen sowie zwei Bohrwerke, die es den Kunden ermöglichen, Werkstücke mit Dimensionen bis zu 10 m x 2 m x 1 m bearbeiten zu lassen. Im Rahmen der Lohnfertigung schafft auch das Schleifen und Wuchten von Walzen und Trommeln jeglicher Art eine regionale Wertschöpfungskette.

Branche:

Sondermaschinenbau

Leistungen / Produkte:

Nischenanbieter von Speziallösungen für die Herstellung von Papiermaschinen

Anzahl Mitarbeiter:

55

 

Gründungsdatum:

1855

Besonderheit:

Mitarbeiterbeteiligung als Deutschlands größte Unternehmensgesellschaft (haftungsbeschränkt)

 

Uwe Maier und Erik Lippert - PAMA Freiberg
Uwe Maier und Erik Lippert (rechts) verbindet der meistverkaufte Roman der Welt: Das Buchpapier von Harry Potter wurde auf einer PAMA-Maschine in Österreich hergestellt. Seit 2015 führen sie die PAMA gemeinsam.

Portrait von PAMA-Gründer Ernst Ewald Paschke
Oktober 2020: Stolz überreicht Reimar Paschke (rechts) dem Geschäftsführer Uwe Maier ein Original-Gemälde von 1895. Das Portrait zeigt Urgroßvater Ernst Ewald Paschke, der das Unternehmen 1869 führte.

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