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Die gute Fee im Gemischtwarenladen

„Wir sind wie ein Gemischtwarenladen“, umschreibt Geschäftsführer Sören Trillenberg das Aufgabenspektrum der LISt mit einem Augenzwinkern: „Dabei haben wir gar kein Produkt, welches wir am Markt platzieren. Bei großen Infrastrukturbauvorhaben des Freistaates sind wir als Dienstleister für die Sächsische Straßenbauverwaltung (SBV) unter anderem an Planung, Organisation, Vergabe und Bauüberwachung beteiligt. Man könnte sagen, hier und da sind wir die gute Fee, die sich um alles kümmert und die Fäden zusammenhält. Am Schluss übergeben wir sinnbildlich das Objekt schlüsselfertig an den Freistaat. Aber das ist nur ein Teilaspekt unserer vielfältigen Kompetenzfelder. Wir arbeiten nicht nur für das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) sowie das Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA), sondern auch für viele andere nachgeordnete Behörden des Freistaates Sachsen.“

Für jede versiegelte Fläche muss ausreichend Ausgleichsfläche geschaffen werden. Konkret heißt das: Jeder neu gebaute Meter Straße oder Radweg lässt neue Bäume wachsen – ein enormer Planungs- und Verwaltungsaufwand, an dessen Management die LISt GmbH maßgeblich beteiligt ist. „Regionalität ist in diesem Bereich Trumpf und zugleich Stand der Technik: Die etwas günstigere Pflanzsaat aus Holland beziehen wir bewusst nicht“, unterstreicht Bau- und Umweltexperte Mathias Mehn, der Prokurist des Unternehmens. „Das ist nicht immer günstiger, dafür aber nachhaltig. Außerdem fühlen sich die Pflanzen in ihrer Heimat am wohlsten.“

Im Anschluss sorgen die Mitarbeiter der LISt GmbH mit turnusmäßigen Baumkontrollen dafür, dass der Zustand des Baumbestands überwacht und protokolliert wird. Gerade die heißen Sommer der letzten Jahre haben den Bäumen stark zugesetzt. Fehlendes Wasser begünstigt Dürreschäden und Schädlingsbefall. Diese gilt es frühzeitig zu erkennen und ihnen gezielt entgegenzuwirken. Eine Vielzahl der Bäume steht entlang von Straßen und kann durch fehlende Standfestigkeit und Krankheiten die Verkehrssicherheit maßgeblich beeinflussen. Nicht selten werden Gartenbaubetriebe mit der Bewässerung, dem Verschnitt oder der Fällung von Bäumen beauftragt. Für jeden gefällten Baum wird ein entsprechender Ausgleich geschaffen. Das gilt auch für die rund 96.300 Bäume entlang von Bundes-, Staats- und Kreisstraßen im Landkreis Mittelsachsen. Deren Datensätze zur Infrastruktur sind zusammen mit vielen weiteren Informationen in etwa 40 verschiedenen Fachanwendungen gelistet und untereinander verknüpft. „Die ausgeklügelte Denk- und Programmierleistung dahinter stammt von uns. Die Daten laufen auf hauseigenen Servern – ein Hosting-Anbieter sind wir also auch“, erklärt Trillenberg.

Eine große Verantwortung trägt die LISt mit dem dritten Aufgabengebiet: der Verkehrssicherheit. Das fängt bei der Planung eines neuen Straßenabschnitts an und hört beim Abriss auf: Ist das Sichtfeld vor der nächsten Kurve groß genug für die Autofahrer? Müssen Bäume besser geschützt, behandelt oder gar gefällt werden? Stellen sie ein Unfallrisiko dar? Sind Hänge ausreichend vorm Abrutschen gesichert? Mittels spezieller Datenauswertungen können auch die Voraussetzungen für geplante Schwerlasttransporte geprüft werden. „Der Bearbeiter muss Sachverstand und Umsicht mitbringen – und man lernt nie aus“, weiß Prokurist Mathias Mehn. In den letzten Jahren ist das Thema Intelligente Verkehrssysteme (IVS) immer mehr in den Fokus gerückt. Auch hier arbeitet die LISt GmbH bei der Umsetzung und Entwicklung von Konzepten eng mit dem Freistaat Sachsen zusammen.

Alle für einen

„Wir bei LISt sind alle füreinander da – Zusammenhalt wird bei uns großgeschrieben“, verrät Sören Trillenberg. „Als zum Beispiel im Frühling des Corona-Jahres 2020 das Stundenkontingent einiger Mitarbeiter aufgrund von fehlender Kinderbetreuung immer mehr ins Minus rutschte, haben andere Mitarbeiter ihre Überstunden gespendet. Wir als Geschäftsleitung haben dieses Stundenkonto aufgestockt. Das hilft letztlich allen im Unternehmen, denn nur wenn die Rahmenbedingungen gut funktionieren, können die Mitarbeiter ihre volle Leistung erbringen.“

Der Hauptsitz der Dienstleistungsgesellschaft ist seit Dezember 2017 in Hainichen. Zwei weitere Standorte gibt es in Dresden und Bautzen. Die meisten der rund 200 Mitarbeiter sind in der Region verwurzelt und dem Unternehmen schon seit vielen Jahren treu. Sie wissen die finanziellen Rahmenbedingungen, die flexiblen Arbeitszeiten und die Möglichkeit des mobilen Arbeitens inklusive Homeoffice dank modernster Technik zu schätzen. Dazu zählt auch die Nutzung von modernen Kommunikationswegen wie Video- und Online-Konferenzen. Mit dem unternehmensinternen betrieblichen Gesundheits- und Wiedereingliederungsmanagement wird die Gesundheit der Mitarbeiter nachhaltig gefördert.

Nachhaltigkeit als Gradmesser in jeder Hinsicht

„Unser Ziel für die nächsten Jahre ist es, die Flotte von etwa 40 Fahrzeugen zu reduzieren und auf Elektromotoren umzurüsten. Durch Nutzung modernster Kommunikationswege soll auch die Kilometerfahrleistung verringert werden“, beschreibt der Geschäftsführer seine Vision. Das Unternehmen unterstreicht damit einmal mehr seinen Anspruch einer nachhaltigen Arbeitsweise. Der Nachhaltigkeitsgedanke findet sich in vielen Aspekten der täglichen Arbeit wieder. Neben der fortschreitenden Digitalisierung von Verwaltungsprozessen des Freistaates Sachsen bestimmt die prozessorientierte Arbeits- und Denkweise das Unternehmen auch intern. Das spart Ressourcen und garantiert ein hohes Maß an Effizienz. „2020 hat uns stark beeinflusst. Über moderne Kommunikationskanäle können wir noch effizienter mit allen Mitarbeitern kommunizieren, zum Beispiel über Online-Meetings und mittlerweile fünf Videokonferenzräume“, erzählt Trillenberg. Dies führt letztendlich auch zu Zeit-, Kosten- und Energieersparnissen für das Unternehmen und die Umwelt.

„Unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit arbeiten wir auch bei der Planung der zahlreichen Infrastrukturprojekte für den Freistaat Sachsen. Dabei werden das ‚Schutzgut Mensch‘ und das ‚Schutzgut Natur‘ bestmöglich in Einklang gebracht. Beim Neu- und Ausbau von Infrastrukturprojekten achten wir stets darauf, negative Einflüsse für Mensch und Natur zu reduzieren. Die große Herausforderung bei vielen Planungsaufgaben besteht vor allem in der Umsetzung der umfangreichen technischen, technologischen und umweltplanerischen Vorgaben. Gerade in Bereichen, in denen sich Natur- und Vogelschutzgebiete befinden, ist das übergeordnete Ziel dabei die Erhaltung der einzigartigen Naturlandschaft auch für nachfolgende Generationen. Deshalb muss bei der Planung und Umsetzung mit viel Umsicht vorgegangen werden, um den Einfluss auf das Ökosystem so gering wie möglich zu halten“, erklärt Mathias Mehn.

Gerade im Hinblick auf die Umwelt werden mit jeder neu gebauten Verkehrsanlage auch entsprechende Ausgleichsflächen geschaffen. Diese Kompensationsmaßnahmen werden im Freistaat Sachsen durch die Mitarbeiter der LISt GmbH koordiniert. Hierbei ist man nicht um außergewöhnliche Ideen verlegen: So werden zum Beispiel seltene Wasserbüffel zur Beweidung angesiedelt.

Investition in die Zukunft

Die Mitarbeiter des „jungen“ Unternehmens sind hoch qualifiziert. Der Altersdurchschnitt liegt bei 43 Jahren. Vom Know-how der Ingenieure profitiert auch eine Vielzahl von Pilotprojekten. Gemeinsam mit der TU Dresden erforscht die LISt GmbH „Carbonbeton als Verbundwerkstoff der Zukunft“. „In einem Brückenbauprojekt setzen wir Carbonbeton in diesem Jahr erstmals bei einem Ersatzneubau einer Brücke im klassifizierten Staatsstraßennetz ein. Dadurch könnte viel Material und Geld eingespart werden, indem zum Beispiel Bauwerke schlanker oder Instandsetzungszyklen gestreckt werden. Wir unterstützen die Forschung, weil wir uns der Verantwortung allen sächsischen Bürgern gegenüber bewusst sind“, betont Trillenberg. „Die von uns geplanten Straßen werden von Steuergeldern finanziert. Deshalb investieren wir bewusst in zukunftsweisende Materialien und Verfahren, die die Umwelt schonen und erhalten. Zum anderen sorgen wir für einen reibungslosen Ablauf von der Planung bis zur Fertigstellung, bei dem die Gelder sinnvoll eingesetzt werden. Ziel ist es immer, ressourcenschonend zu arbeiten – mit minimalen Eingriffen bei maximal effizientem Betrieb.“

Digitalisierung des Freistaates vorantreiben

Digitalisierung ist in aller Munde und stellt auch bei LISt ein wichtiges Thema dar. „Viele Daten, wie zum Beispiel der Baumbestand an sächsischen Straßen, sind bereits digitalisiert. Anhand der GPS-Koordinaten können diese in Echtzeit von jedem Mitarbeiter abgerufen werden. So wird doppelte Arbeit vermieden und der Aufwand erheblich reduziert“, erklärt Prokurist Mehn. „Wir wollen die Datenbasis erweitern und sehen zukünftig die komplette Verkehrsinfrastruktur in digitalen Modellen als Voraussetzung digitaler Verwaltungsprozesse. Auch Daten anderer Ressorts des Freistaates wie die demografische Entwicklung können so in die Auswertungen einbezogen werden. Damit schaffen wir eine zentrale Datengrundlage im Freistaat Sachsen – von hohem Wert für sämtliche Akteure.“ Aktuell ist die LISt GmbH in Sachen Digitalisierung noch vorrangig als Dienstleister für die Sächsische Straßenbauverwaltung tätig. Künftig wird die Schaffung neuer Schnittstellen auch mit anderen Ministerien und nachgeordneten Behörden forciert. Unterstützt werden soll dabei das Ziel des Freistaates, die komplette Verwaltung auf eine neue Ebene der Digitalisierung zu heben.

Mit rund 200 Mitarbeitern gehört die LISt GmbH zu 100 Prozent dem Freistaat Sachsen, ist dabei als verwaltungsnahes Dienstleistungsunternehmen aber privatrechtlich organisiert. 2020 feierte das Unternehmen sein 25-jähriges Bestehen und hat heute seinen Hauptsitz in der ehemaligen Reichsbahnschule in Hainichen. „So können wir den ländlichen Raum und dessen Wirtschaft stärken“, betont Geschäftsführer Trillenberg.

Auch im Hinblick auf die Straßenbautechnik ist die LISt GmbH ein zuverlässiger Dienstleister für die Straßenbauverwaltung. Mit ihren Vermessungsingenieuren werden neue Infrastrukturprojekte vorbereitet.

Branche

Straßenbau und Verkehrswesen

Leistungen / Produkte:

Beteiligungsgesellschaft des Freistaates Sachsen für die Planung, Organisation, Vergabe und Bauüberwachung bei großen Infrastrukturprojekten sowie Dienstleistungsunternehmen im Bereich ingenieurtechnischer Dienstleistungen wie Digitalisierung

Anzahl Mitarbeiter:

ca. 200

Gründungsdatum:

1995, seit 2000 GmbH

Besonderheit:

Der Ingenieurdienstleister kennt in Sachsen nahezu jeden Baum, jede Straße und jedes Infrastrukturbauwerk – und hat in einer eigenen Software alles digital erfasst.

Sören Trillenberg
Sören Trillenberg führt seit Juli 2019 die LISt Gesellschaft für Verkehrs-wesen und ingenieurtechnische Leistungen mbH. Die Nähe zu seinen Mitarbeitern ist ihm nach acht Jahren Betriebszugehörigkeit sicher.

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