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Wie lassen sich Schwermetalle aus Abwässern entfernen? Wie trennt man Salzgemische in ihre einzelnen Bestandteile, so dass wertvolle Komponenten daraus gewonnen werden können? Wie lassen sich Düngemittel aus unterschiedlichen Rohsalzen herstellen? Und wie können wertvolle Steinstatuen vor dem Verfall gerettet werden? Fragen wie diesen widmet sich Professor Gerald Ziegenbalg mit seinem Unternehmen IBZ-Salzchemie GmbH & Co. KG in Halsbrücke. Als Forschungsdienstleister im Bereich der Angewandten Chemie begleitet die IBZ Kunden aus Bergbau, Chemieindustrie und Geotechnik bei Fragen zu anorganischen Prozessen in der Rohstoffaufbereitung und Baustoffforschung. Schwerpunkte sind dabei die Analyse von Kristallisationsprozessen oder die Reinigung von Lösungen, zum Beispiel zur Aufbereitung von Abwässern.

Auf 300 Quadratmetern Laborfläche mit Hightech-Laborausrüstung entwickelt das 10-köpfige Team um Professor Ziegenbalg Verfahren zur Wertstoffgewinnung oder Prozesse zum Trennen von Salzgemischen. So lässt sich beispielsweise wertvolles Lithium aus Salzgemischen abtrennen, indem man die spezifischen Eigenschaften der Salze gezielt nutzt. In den Laboren wählen die promovierten Chemiker, Diplomingenieure und erfahrenen Chemielaboranten der IBZ-Salzchemie geeignete Verfahren aus, empfehlen die erforderlichen Apparaturen und testen die Abfolge der einzelnen Verfahrensschritte bis hin zum kleintechnischen Maßstab. „Für unsere Kunden rund um den Globus testen wir nicht nur im Reagenzglas, sondern im 10- oder 20-Liter-Reaktor“, sagt Gerald Ziegenbalg, der nach seiner Promotion und Habilitation an der TU Bergakademie Freiberg heute auch als Honorarprofessor für Verfahrensentwicklung und Projektmanagement in der industriellen Chemie an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden tätig ist.

Mit einem zweiten Standbein entwickelt das Unternehmen auch eigene Produkte. Auf einer großen Weltkarte zeugen mehr als 60 farbige Pins vom weltweiten Vertriebsgebiet der IBZ-Produkte. Insbesondere in der Denkmalpflege haben sich die feinen Suspensionen rund um den Globus einen Namen gemacht. Wertvolle Skulpturen in der Westminster Abbey, die Merlion-Statue in Singapur oder historische Putzstrukturen der Marienburg in Polen konnten mit ihrer Hilfe vor dem Verfall gerettet werden. Professor Ziegenbalg erklärt das Prinzip: „Unsere Produkte zur Denkmalpflege und zum ökologischen Bauen basieren auf feinsten Kalkpartikeln, die in Alkohol dispergiert sind. Die Partikel sind so klein, dass diese von Stein, Putz oder Mörtel aufgesogen werden. Der Alkohol verdunstet, der feine Kalk bleibt im Stein und verbindet sich mit dem Kohlendioxid aus der Luft zu Calciumcarbonat.“ So entsteht ein natürlicher Kalkmörtel, der nicht wieder zerbröselt. Das Geheimnis der CaLoSiL® und CaLoXiL® Suspensionen, die in der IBZ entwickelt wurden, ist die besonders feine Körnung der Kalkpartikel, die dank ihrer Kleinteiligkeit in Strukturen eindringt, wo normaler Kalkmörtel nicht hinkommt – eine perfekte Grundlage für die weitere Restaurierung.

Auch für Bau und Handwerk hat die IBZ-Salzchemie interessante Produkte im Programm. Speziell für die Bekämpfung von Schimmel und Algen im Haushalt entwickelte das Team um Professor Ziegenbalg die Produkte der CaSoPaL®-Reihe. „Der Alkohol wirkt desinfizierend und der Kalk schafft alkalische Bedingungen, unter denen Schimmel und Algen nicht gedeihen“, erklärt der Chemiker. Die schimmelhemmenden Kalkfarben und Kalkrollputze von CaSoPaL® sind atmungsaktiv, blättern und färben nicht ab, lassen sich ganz einfach auf die Wand aufrollen und sind in verschiedenen Farben eintönbar. Verkauft wird vor allem über den Webshop – auch in kleinen Abpackungen, das ist Gerald Ziegenbalg wichtig: „Gute Produkte müssen immer auch bezahlbar sein“, ist der Unternehmer überzeugt. Denn nur so können sie ihre nachhaltige Wirkung langfristig und zum Wohle aller entfalten.

Branche: Chemieindustrie

Leistungen / Produkte: Forschung in der anorganischen Chemie, Anti-Schimmel-Produkte, Kalkfarben und -putze

Anzahl Mitarbeiter: 10

Gründungsdatum: 2003

Besonderheit: Die feinen Suspensionen der IBZ-Salzchemie retten Skulpturen in der Westminster Abbey und viele andere historische Baukunstwerke rund um den Erdball vor dem Verfall.

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