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Richard Stanulla ist Taucher. Wissenschaftlicher Taucher. Und nein, er hat nicht sein Hobby zum Beruf gemacht. Er hat das Tauchen extra für die Wissenschaft gelernt – im Scientific Diving Center an der TU Bergakademie Freiberg, wo er Geologie studierte. Damals war Freiberg die einzige Uni in Deutschland, an der man das wissenschaftliche Tauchen erlernen konnte. Heute taucht der Geologe regelmäßig ab. Gemeinsam mit seinem Team von GeoWiD entnimmt er Proben, kartiert und dokumentiert, prüft und überwacht. Er untersucht Staumauern, Hafenanlagen und andere Unterwasserbauwerke, prüft Wasserqualitäten und Böschungsstandsicherheiten, führt Baugrunduntersuchungen und Bauüberwachungen durch. Ein Service, der in Deutschland in dieser Form einmalig ist – und die Auftraggeber sind begeistert. Denn das, was GeoWiD herausfindet, liefert oft entscheidende Hinweise. In seinen Tauchgängen führt das Team von GeoWiD unter anderem wichtige Messungen direkt vor Ort durch – diese Daten sind um ein Vielfaches zuverlässiger als herkömmliche Daten, die meist nur punktuell von der Wasseroberfläche aus erhoben werden. Für seinen Masterabschluss unternahm Richard Stanulla eine mehrwöchige Exkursion zu einem Unterwasservulkan vor der Küste Siziliens. Er erforschte, welche Gasmengen der Vulkan abgibt, wie sich Temperaturen rund um den Vulkan verteilen und welche geologischen Besonderheiten es am Meeresboden gibt. Das alles unter Extrembedingungen bei teilweise sehr saurem Wasser und Austrittstemperaturen von ca. 140 °C. Eine Herausforderung auch für die unter Wasser eingesetzte Mess- und Probenentnahmetechnik – und damit auch für die Abteilung „Forschung und Entwicklung“ der GeoWiD. Die Konzeption und Entwicklung von unterwassertauglichen Spezialgeräten ist einer ihrer Schwerpunkte. „Wir sind nach unseren Recherchen die Einzigen in ganz Deutschland, die Tauchen und Geologie in dieser Form verbinden“, sagt Richard Stanulla. „Dementsprechend gibt es für das, was wir tun, am Markt keine Geräte. Also entwickeln wir sie selbst.“ GeoWiD passt Labortechnik an Unterwasserbedingungen an und schützt Messgeräte und Kameras mit wasserdichten Gehäusen. Das Geschäft floriert, die Nachfrage ist groß. Bisher ist das junge Unternehmen jedes Jahr um mehr als 100 Prozent gewachsen. Das nötige Rüstzeug für die Firmengründung bekam Richard Stanulla von SAXEED mit auf den Weg. „Als Geologe weiß man alles über Geologie, aber nichts über Steuern, Recht oder Betriebswirtschaft. Die Unterstützung von SAXEED war ein wichtiger Meilenstein“, sagt der Unternehmer, der mit GeoWiD 2014 in die Top Ten beim Innovationswettbewerb futureSAX kam und damit zu den zehn innovativsten Unternehmen in Sachsen zählte. Dieser Erfolg sicherte ihm ein Seed-Stipendium der Sächsischen Aufbaubank – eine wertvolle Starthilfe. Am Firmenstandort Freiberg gab es für den Unternehmer nie einen Zweifel. „Die Nähe zur Uni ist einer unserer größten Standortvorteile“, sagt Stanulla. „Viele unserer Kooperationspartner und freien Mitarbeiter sitzen hier. Biologen, Kameraleute, Geoökologen – vor allem solche, die tauchen können. Dank des wissenschaftlichen Tauchzentrums an der Bergakademie gibt es davon in Freiberg ein großes interdisziplinäres Netzwerk.“ Ein Cluster, das in die Tiefe geht.



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