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In einem der ältesten Industriegebäude von Hainichen hat die KERMA® Verbandstoff GmbH ihren Sitz. Das Haus hat viele Geschichten zu erzählen: Seit 1913 werden in dem mit Bleiglasfenstern und hohen Decken ausgestatteten Fabrikgebäude Verbandstoffe hergestellt. Viele Produkte sind seit der Firmengründung 1886 fast unverändert, darunter Augenkompressen, Stieltupfer oder Verbandmull. In einer Mauer zeigt ein Relief das Signet des Unternehmens: einen Ritter, der sein Schwert senkt und sich um die Wunden der Verletzten kümmert.

Seit Generationen Lebensmittelpunkt in Mittelsachsen

Die geschmackvoll restaurierte Fabrikantenvilla ist der Lebensmittelpunkt der Unternehmerfamilie, die dort mit mehreren Generationen wohnt. Gebaut hat sie der Urgroßvater der heutigen Firmenchefin Ulrike Kermes, deren Vater das Unternehmen nach der Wende in die neue Zeit führte. Ihre Großmutter zählt mit 100 Jahren zu den ältesten Einwohnerinnen der Stadt. Ulrike Kermes leitet das Unternehmen seit 2012 in der fünften Generation mit Bedacht und Empathie. „Ich habe alle Arbeiten schon mitgemacht, vom Hofkehren bis zum Verkauf.“ Die studierte Geisteswissenschaftlerin packt gern mit an – das schätzen auch die Mitarbeiter. Die feste Stammbelegschaft kommt aus der Region, einige Beschäftigte sind seit fast 40 Jahren dabei. Beim Blick in die Kantine wird das familiäre Betriebsklima deutlich. Die Tische sind liebevoll mit Blumen dekoriert. „Ich möchte, dass sich hier jeder wohlfühlt. Wir sind alle füreinander da. Zu Weihnachten bedanke ich mich bei meinen Mitarbeitern mit einem reichhaltigen Frühstück“, erzählt die Inhaberin.

Regional zukunftsorientiert produzieren

Im Keller und in der ersten Etage des historischen Fabrikgebäudes werden die Verbandstoffe produziert. An eigens umgebauten Malimo Nähwirkmaschinen entstehen Wundkompressen mit mehreren Lagen. Das Nähgarn von Alterfil aus Oederan hat sich dafür bestens bewährt. Danach werden die Kompressen von der Rolle auf Stück geschnitten und einzeln in Tüten oder Faltschachteln verpackt. Ein Farbindikator auf den Verpackungen zeigt an, ob der Inhalt steril ist. Der Klassiker unter den KERMA-Produkten sind die Augenkompressen, die aus vielen Lagen gestanzt und nicht genäht werden – damit auch ja nichts drückt. In einer Presse werden Mull, Watte und wieder Mull miteinander verbunden und anschließend in Form gestanzt.

Der 2019 neu angeschaffte Sterilisator ist eine der zurzeit größten Investitionen der Firma. „Die Herstellung von medizinischen Produkten läuft nach strengen Richtlinien und wird ständig überprüft. Der neue Sterilisator vereinfacht die Dokumentation und Prüfung und öffnet den Weg zur Digitalisierung“, erklärt Ulrike Kermes.

Trotz aller Investitionen in neue Maschinen erfolgen viele Produktionsschritte nach wie vor in Handarbeit – so wie bei den Stieltupfern, die man in zahlreichen Kliniken findet. Die Herstellung der Tupfer erfordert höchste Fingerfertigkeit. Die Holzstiele stammen aus einer Drechslerei im Erzgebirge, und der Mull wird von Hand wie ein Schmetterling um das Stäbchen gezwirbelt: 110 Stück pro Stunde. Trotz der aufwändigen Fertigung legt KERMA Wert auf einen großen Lagerbestand. Mehrere Bereiche des Gebäudes werden als Lager für versandfertige Produkte genutzt. „Unsere Kunden können sich darauf verlassen, dass wir sie jederzeit beliefern können, weil alles vorrätig ist“, definiert die Chefin das Credo des Unternehmens. „Mir ist es wichtig, dass alle Mitarbeiter an jedem Produktionsschritt einsetzbar sind. So können Engpässe, Urlaub oder krankheitsbedingtes Fehlen immer ausgeglichen werden. In der Region habe ich sehr zuverlässige Partner – von der Elektrik bis zu EDV –, die jederzeit schnell zur Stelle sind, wenn wir Hilfe benötigen.“

Einer dieser Partner ist die Kartonagenfabrik Lobegott Hartmann aus Eppendorf, die die Umverpackungen liefert. Mogelpackungen oder zu viel Luft gibt es bei KERMA nicht: Jede Schachtel und jeder Karton passt genau zur Größe des Produktes. „Das macht es uns nicht immer leicht, denn wir brauchen viele verschiedene Kartongrößen. Aber es ist nachhaltig beim Versand und Recycling“, erklärt die Firmenchefin und ergänzt: „Außerdem ist es uns sehr wichtig, dass Lieferungen an Kunden immer komplett und schnellstmöglich versandt werden. Durch unseren großen Warenbestand können wir das gewährleisten – ein Service, den unsere Kunden sehr schätzen.“

Ein bisschen schmunzeln muss die junge Chefin, als sie den dünnsten Ordner aus dem Aktenschrank zieht: „Reklamationen“ steht darauf. „Da sind alle Beanstandungen der letzten Jahre drin. Ich denke, das spricht für unsere Qualität.“

Branche

Medizinprodukte

Leistungen / Produkte:

Verbandstoffe, Hygiene- und Inkontinenzartikel

Anzahl Mitarbeiter:

10

Gründungsjahr

1886

Besonderheit:

Familienunternehmen in 5. Generation, welches auch den Lebensmittelpunkt in der nahen Fabrikantenvilla hat.

Ulrike Kermes
Ulrike Kermes führt seit 2012 das Familienunternehmen in 5. Generation.

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