Tschechien schließt ab Donnerstag auch für Berufspendler - IHK informiert online

Erhebliche Auswirkungen erwartet die heimische Wirtschaft, wenn Tschechien am Donnerstag auch für Pendler die Grenze schließt. „Es gibt mehrere Unternehmen in Mittelsachsen, die tschechische Arbeitnehmer angestellt haben“, erklärt Mittelsachsens erster Beigeordneter Dr. Lothar Beier.

Es gäbe aber hier eine Möglichkeit, dass diese Beschäftigen weiter in Mittelsachsen arbeiten könnten. Sie können sich mindestens 21 Tage oder länger in Deutschland aufhalten und hier ihrer Tätigkeit nachgehen, dabei müssen sie eine Wohnung oder andere Unterkunft haben. „Nach ihrem Aufenthalt in Deutschland müssen sie sich bei ihrem Gesundheitsamt melden und 14 Tage in Quarantäne“, erklärt Dr. Beier. Es sei ein Kompromiss zwischen den Interessen der Staaten im Hinblick auf die Verbreitung des Corona-Virus und der Unternehmen, die zum Beispiel auch im Pflegebereich aktiv sind. „Somit sind die tschechischen Arbeitnehmer ganz wichtig für die Versorgungslage in Deutschland“, so Beier. Er begrüßt daher die Unterstützung des Freistaates für tschechische Pendler. Die Staatsregierung hat heute in ihrer Kabinettssitzung ein Unterstützungsangebot für tschechische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und deren Familien beschlossen. Der Freistaat Sachsen unterbreitet ein Angebot an alle tschechischen Staatsbürger, die in Sachsen in der Medizin und Pflege sowie dazugehörigen Bereichen (z.B. Küche in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, Wäscherein) arbeiten. Sie erhalten einen Zuschuss zum Lebensunterhalt ab Donnerstag, befristet auf drei Monate. Der Freistaat Sachsen rechnet derzeit mit zirka 1000 direkt betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aus Tschechien. Gleichzeitig führt der Freistaat Sachsen Gespräche mit den Vertretern in Polen, um unter Beachtung des Gesundheitsschutzes die Grenze soweit wie möglich für Berufspendler offenzuhalten.

Was können mittelsächsische Unternehmen tun, wenn die tschechischen Arbeitskräfte nicht mehr am Arbeitsort erscheinen? Die IHK hat einige Informationen, inklusive der Sonderregelungen für LKW-Fahrer auf dem Weg zur Arbeit veröffentlicht.