Das Sommersemester an der Hochschule Mittweida bleibt digital

Rund 800 Online-Lehrveranstaltungen. Wenige zeitlich versetzte Präsenzelemente in Lehre und Forschung ab dieser Woche. Videokonferenzen für Studieninteressierte.

Die Gesundheit geht vor. Die Hochschule Mittweida setzt das digitale Semester fort. Nur wenige Praktika
und Übungen, die zum Beispiel spezielle Laborbedingungen erfordern und nicht verschiebbar sind, werden
seit 18. Mai 2020 unter Einhaltung strenger Abstands- und Hygieneregeln in der Präsenzform durchgeführt.
Diese Lehrveranstaltungen finden zudem geblockt und zeitlich versetzt statt, so dass die Anwesenheit auf
dem Campus entflochten ist. Dort gilt ab sofort die Maskenpflicht.
Das übliche Campusleben gibt es nicht. So sind zum Beispiel in dieser Woche von den 6000 Studierenden
der Hochschule nur jeweils maximal 60 pro Tag in den wenigen Lehrveranstaltungen auf dem Campus
eingebunden. Nur sie und ihre Dozenten dürfen in die Gebäude, sowie jene Hochschulmitarbeiter, die in
Technik und Verwaltung den Präsenzbetrieb unterstützen. Auch öffentliche Veranstaltungen wie das
Campusfestival, die Nacht der Wissenschaften, die Öffentliche Ringvorlesung und die Kinderuni werden in
diesem Semester nicht stattfinden.
Rektor Ludwig Hilmer begründet die Entscheidung: „Anders als Schulen sind Hochschulen überregionale
und internationale Einrichtungen. Wir wollen keine Mobilität vieler Menschen auslösen, die mit der
Rückkehr in einen vollen Präsenzbetrieb verbunden wäre. Die Gesundheit der Menschen an der Hochschule
und in der Hochschulstadt hat Priorität.“ Das Sommersemester an der Hochschule Mittweida bleibt damit
ein „digitales Semester“.

Digital studieren
Sehr schnell nach dem digitalen Vorlesungsbeginn am 16. März war das Lehrangebot auf rund 800
Veranstaltungen ausgebaut worden, die Studierende und Lehrende von zuhause aus wahrnehmen können.
So werden über 80 Prozent der Präsenzveranstaltungen durch Online-Kurse, Video-Vorlesungen, Webinare
und Videokonferenzen ersetzt. Für Lehrende wie für Studierende hat die Hochschule mit der Seite
www.campus-mundus-university.de ein umfangreiches Service-Angebot rund um das digitale Lehren und
Lernen bereitgestellt, das kontinuierlich erweitert und aktualisiert wird.
Auch die Forscher arbeiten von zuhause aus und dürfen nur für bestimmte Arbeiten zu bestimmen Zeiten in
ihre Labore. Die Anzahl der Personen in den Gebäuden ist beschränkt, um unnötige Begegnungen zu
vermeiden.
Die Hochschulbibliothek hat einen Bestell- und Ausgabeservice für den physisch verfügbaren
Literaturbestand eingerichtet und bietet weiterhin das umfangreiche Portfolio an digitaler Literatur an, bleibt
als Ort aber geschlossen. In der Mensa gibt es ein Angebot von Speisen zum Mitnehmen und im begrenzten
Umfang Sitzplätze im Speisesaal.
„Lehren, Lernen, Forschen geschehen digital, wo immer es möglich ist“, so Hilmer weiter. „Wir bleiben in
einer speziellen Phase, aber wir schauen nach vorn.“
Am 11. Juli endet die Vorlesungszeit, es folgt eine zweiwöchige Prüfungszeit. Auch die Prüfungen finden
weitgehend nicht in Präsenz statt. Die Vorlesungen im Wintersemester sollen am 19. Oktober starten – ob
digital oder in Präsenz, werden die nächsten Monate zeigen.
Digital informieren
Am 4. April hatte die Hochschule mit großem Erfolg den ersten Virtuellen Studieninformationstag mit
Livestream, -chat, Studiengangvideos und Webinaren durchgeführt. Sie nutzt auch weiter die
verschiedensten digitalen Wege, um Studieninteressierte persönlich zu informieren wie Studienberatung
über Whatsapp, E-Mail, Skype und Telefon.
Ganz ähnlich bietet am 1. Juli der erste „Virtuelle Studieninformationsabend“ Orientierung zum
Studium an der Hochschule Mittweida. (Informationen folgen.)
Bereits am 4. Juni informieren Professoren und Mitarbeiter der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen beim
„Virtuellen Themenabend“ zum Studium in den Themenfeldern Energie und Umwelt, Immobilien
und Wirtschaft.
Informationen hier: www.hs-mittweida.de/newsampservice/hsmw-termine/virtuellerthemenabend.
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99drei Radio Mittweida auf Sendung: Aktuelle Corona-Infos für Mittweida
Nicht verschiebbar ist auch das lokale Hörfunkprogramm für Mittweida, das aus der Hochschule kommt.
Seit 18. Mai senden wieder zwei Redakteure ab 6 Uhr streng getrennt aus zwei Studios die Morgensendung
„Die 99drei Frühflieger“. Direkt im Abschluss ab 9 Uhr gibt es täglich aktuelle „Corona-Infos für die
Hochschulstadt“ mit Gesprächspartnern aus Hochschule und Stadt.

Aktuelle Zahlen zum Stichtag 1. Mai 2020
5.999 Studierende hat die Hochschule Mittweida im Sommersemester 2020 (Stichtag 1. Mai). Darunter sind
2.316 Frauen (38,6 Prozent). 24 Prozent (1.446) sind ausländische Studierende. Ins Sommersemester hat die
Hochschule hauptsächlich Studienanfängerinnen und -anfänger im Studiengang Soziale Arbeit
eingeschrieben (112 Studierende, darunter mehr als 70 Prozent Frauen). Die Zahlen sind regelmäßig
geringer als die Stichtagszahlen des Wintersemesters (6.805 Immatrikulierte zum 1. November 2019 im
vergangenen Wintersemester), in das die Hochschule zum Studienstart in fast allen Studiengängen
einschreibt.