Corona-Zeit heißt ganz viel Praxis für die Lehrlinge bei Agrarland Lüttewitz: momentan ist noch eine Ausbildungsstelle frei

Die Corona-Krise ist nur ein Teil der Nöte in der Landwirtschaft.

„Der fehlende Regen macht uns Sorgen! Im Moment wollen wir den ersten Schnitt vom Gras silieren, hier ist wiederum schönes Wetter zum Anwelken wünschenswert. Die letzten Tage waren es zirka zehn Millimeter pro Quadratmeter Regen. Die Lage ist damit etwas entspannt. Trotzdem ist das Defizit im April zum Vorjahresmonat über 90 Prozent! Die Milchpreise fallen ebenfalls und werden aus meiner Sicht noch weiter sinken. Milch wird genügend produziert und verarbeitet. Für uns Landwirte ist fraglich, ob der Absatz in diesen Zeiten auch funktionieren wird?“, erläutert Ralf Bergmann die Situation. Er ist Geschäftsführer der Genossenschaft Agrarland eG Lüttewitz. Im Unternehmen sind 22 Arbeitskräfte und fünf Auszubildende beschäftigt. „Der Arbeitsalltag wurde soweit möglich angepasst. In der Tierproduktion gibt es feste Schichten mit wenig bzw. gar keiner Zeitüberschneidung. In der Pflanzenproduktion achten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Abstand. Im Büro sind Schichten eingeführt. Hygiene ist immer ganz oben angestellt“, sagt der Geschäftsführer weiter. „Für unsere Lehrlinge ist jetzt erstmal durchgehendes Arbeiten im Betrieb angesagt. Das hat den Vorteil, dass sie die Arbeitsabläufe im Gesamten sehen können. Wir halten auf alle Fälle an der Ausbildung fest. Im Moment suchen wir noch einen Lehrling in der Tierproduktion.“

Ängste bzw. Sorgen unter den Auszubildenden bei Agrarland Lüttewitz können die Lehrausbilder nicht feststellen. Die Lehrlinge seien praktisch veranlagt und freuen sich im Moment über die längere Arbeitsphase. Im ersten und dritten Lehrjahr lernen jeweils ein/e Land- und ein/e Tierwirt/in. Im zweiten Ausbildungsjahr ist ein Fachpraktiker eingestellt. „Für unseren Bereich ist das Finden von geeignetem Nachwuchs wichtig. Die Corona-Situation hat gezeigt, wie systemrelevant die Landwirtschaft ist und wie wichtig die Menschen, die für die Lebensmittelproduktion einstehen. Deshalb wünschen wir uns, dass dieses positive Denken fest in den Köpfen der Menschen verankert bleibt und insbesondere junge Menschen eine Ausbildung in Erwägung ziehen“, fasst der Geschäftsführer und Familienvater zusammen.