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In den vergangenen Monaten wurde intensiv untersucht, welche Chancen und Herausforderungen sich für die Region auf dem Weg zu einer ressourcenschonenden, nachhaltigen Wirtschaftsweise ergeben. Ziel der Analyse war es, bestehende Ansätze sichtbar zu machen, Synergien zu erkennen und konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmen, Kommunen und regionale Akteure zu entwickeln.
Die Analyse verdeutlicht, dass die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft in nahezu allen Branchen und Bereichen der Region anwendbar sind. Mittelsachsen verfügt über eine vielseitige Wirtschaftsstruktur mit einer starken Industrie- und Handwerksbasis sowie über eine gewachsene Kompetenz im Umgang mit Rohstoffen. Die Nähe zu renommierten Forschungs- und Bildungseinrichtungen wie der TU Bergakademie Freiberg und der Hochschule Mittweida schafft darüber hinaus ideale Bedingungen für Wissenstransfer und Innovation. Besonders hohe Wirkungen lassen sich in der Bauwirtschaft, im verarbeitenden Gewerbe und in der Recyclingwirtschaft erzielen. Diese Sektoren verfügen über die größten Hebel, um Stoffkreisläufe zu schließen und den Ressourceneinsatz zu reduzieren. Auch die Landwirtschaft spielt eine zentrale Rolle: Sie trägt zur Sicherung von Nährstoffkreisläufen bei, nutzt biogene Reststoffe und stellt nachwachsende Rohstoffe bereit. Ergänzend dazu unterstützen Dienstleistungsbranchen den Wandel durch Planung, Beratung und digitale Werkzeuge für zirkuläre Prozesse.
Die Untersuchung zeigt jedoch auch bestehende Grenzen auf. In der Bauwirtschaft fehlen bisher Standards und Anreize für die Nutzung von Sekundärmaterialien. In der Industrie ist die Integration von Sekundärrohstoffen in bestehende Prozesse anspruchsvoll, während in der Landwirtschaft eine Abhängigkeit von Primärinputs bleibt. Die Recyclingwirtschaft wiederum steht vor der Aufgabe, Qualität und Marktakzeptanz von Sekundärrohstoffen weiter zu sichern. Gleichzeitig eröffnen sich neue Perspektiven: Digitale Werkzeuge wie Materialpässe oder Building Information Modeling (BIM) können Transparenz schaffen und Stoffströme nachvollziehbar machen. Netzwerke und Cluster – insbesondere im Umfeld der Hochschulen – fördern Kooperation und Wissenstransfer. Zudem gewinnen neue Geschäftsmodelle wie Reparatur, Wiederverwendung und serviceorientierte Nutzungskonzepte an Bedeutung, die ökologische und soziale Vorteile miteinander verbinden.
„Die Potenzialanalyse macht deutlich, dass Kreislaufwirtschaft in Mittelsachsen mehr ist als ein Zukunftsversprechen – sie ist bereits heute in vielen Bereichen spürbar und kann zu einem echten Standortvorteil werden“, sagt Kerstin Kunze, Leiterin des Referats Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung. Michael Kubach, Geschäftsführer der beratungsraum Kommunal- und Unternehmensberatung GmbH und Co-Autor der Potenzialanalyse, ergänzt: „Die Ergebnisse zeigen klar, dass Mittelsachsen mit seiner vielfältigen Wirtschaftsstruktur und seiner Nähe zu Forschung und Innovation die besten Voraussetzungen hat, sich als Modellregion für Kreislaufwirtschaft im ländlichen Raum zu etablieren.“
Die Erkenntnisse der Potenzialanalyse werden nun in die weitere Projektarbeit des Bundesmodellprojekts „Circular Rural Regions“ eingebunden. Zudem sollen sie in den kommenden Monaten auf verschiedenen Veranstaltungen vorgestellt werden. Einen ersten Einblick gibt es bei der Netzwerkveranstaltung „Kerzenschein, Keksduft & Kreislaufgedanken“ am 12. November 2025 in Döbeln, bei der Unternehmen, Initiativen und Interessierte gemeinsam über Wege in eine nachhaltige Zukunft ins Gespräch kommen.
Ermöglicht wird dieses Modellvorhaben durch eine Förderung des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Rahmen des Forschungsprogramms Region gestalten. Es handelt sich dabei um eine Pilotaktion im Rahmen der Territorialen Agenda 2030. Mehr Informationen zum Modellvorhaben „Circular Rural Regions“ sind zu finden auf der Homepage der Nestbau-Zentrale: www.nestbau-mittelsachsen.de.