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Beim Schulanfang ihrer Kinder haben sie sich kennengelernt: Rico Schwarzbach und Thomas Berlin. Zusammen sind sie Herz, Kopf und Hand von TBRS, einem innovativen Unternehmen aus Altmittweida, das hochwirksame Geräte zur Entkeimung von Kühlschmierstoffen (KSS) und von Raumluft entwickelt hat. Was auf den ersten Blick wie zwei völlig verschiedene Anwendungsbereiche aussieht, ist in Wirklichkeit gar nicht so weit voneinander entfernt. Und genau diese Erkenntnis ist eines der Schlüsselelemente für den Erfolg von TBRS.

Weniger Bakterien in der Bohrmilch

Doch beginnen wir von vorn. Thomas Berlin entstammt dem Altmittweidaer Familienunternehmen TSB, das als Lohnfertiger in der Metallbearbeitung tätig ist. Beim Fräsen kommt Kühlschmiermittel zum Einsatz – und dieses kippt gerne mal um. In dem feuchten, warmen Ambiente fühlen sich Bakterien pudelwohl – und setzen eine Abwärtsspirale in Gang. Die Schmierleistung sinkt, die Keimbelastung steigt, und die gesundheitlichen Folgen für die Bediener führen oft zu Arbeitsausfällen. Als Rico Schwarzbach, der an der Hochschule Mittweida Umwelttechnik und Biotechnologie studiert hatte, bei jenem besagten Schulanfang davon hörte, begann sich sein Erfindergeist zu regen. Er dachte an die UV-Desinfektion von Prozesswasser, zum Beispiel in der Lebensmittel- oder Pharmaindustrie. Hierbei wird UVC-Licht mit einer speziellen Wellenlänge von 254 Nanometern genutzt, um die DNA von Keimen gezielt zu zerstören. Die Lichtwellen dringen in den Zellkern der Bakterien ein und machen sie sozusagen unfruchtbar. Die Keime können sich nicht mehr vermehren. Geniale Idee – doch in Kühlschmiermitteln nicht so leicht umzusetzen. Denn das Prozesswasser, wo diese Methode zum Einsatz kommt, ist klar – und KSS, auch bekannt als „Bohrmilch“, ist trüb. „Lass es uns doch trotzdem mal probieren“, dachten sich Rico Schwarzbach und Thomas Berlin – und siehe da: Der faulige Geruch des Kühlschmiermittels verschwand! Es schien zu funktionieren. Sie testeten weiter, verfeinerten, optimierten und schickten die Proben ins Labor an die Hochschule Mittweida. Die Untersuchung zeigte: Die Bakterienlast war um 90 Prozent gesunken!

Eine geniale Idee

Doch es gab zwei Probleme: Nummer 1: Aufgrund der Trübheit der Bohrmilch konnte das Licht nicht tief genug eindringen, um alle Bakterien zu sterilisieren. Es bildete sich ein Belag, der einmal täglich gereinigt werden musste. Und Nummer 2: Es kam Corona. Und damit eine Keimbelastung der ganz anderen Art – und eine neue Idee. Denn was in Wasser funktionierte, musste doch auch bei der Luftentkeimung gehen! Und so bauten Rico Schwarzbach und Thomas Berlin – der zufälligerweise Heizungs- und Lüftungsbauer gelernt hatte – ein Gerät, das die Luft auf gleiche Weise reinigt wie die Kühlschmierstoffe: mit UVC-Licht.

Der Einsatz von UV-Licht zur Entkeimung ist nicht neu, doch im belebten Raum sind TB und RS Missionare. Denn UVC-Strahlung ist eigentlich schädlich. Und das soll in Schulen zum Einsatz kommen? Oder in Verwaltungen, Arztpraxen, Büros und Krankenhäusern? „Gar kein Problem“, erklärt Rico Schwarzbach, „denn in unseren Geräten ist die UVC-Lampe komplett verkapselt.“ Man sieht nichts, man hört nichts – man spürt nur die Wirkung, wie es sich anfühlt, wenn die Luft wirklich sauber ist. Sämtliche Bakterien und luftgetragene Viren werden von der UV-Strahlung zuverlässig abgetötet – von Grippe über TBC und Rhinoviren bis hin zu Covid.

Integrierte CO2-Ampel

Zusätzlich misst das Gerät den CO2-Gehalt – eindrucksvoll angezeigt durch ein LED-Licht, das in verschiedenen Ampelfarben leuchtet. So sieht man sofort und unmissverständlich, wann es mal wieder Zeit ist, das Fenster zu öffnen und frische Luft in den Raum zu lassen. Und das ist weitaus öfter, als wir denken. Untersuchungen zeigen, dass die durchschnittliche CO2-Belastung in Klassenzimmern bei 3500-6000 ppm liegt. Unser Wohlfühlwert liegt bei 800 ppm, ab 2000 wird der CO2-Gehalt spürbar zu viel. Die Folgen: Konzentrationsschwäche, Anfälligkeit für Krankheiten, Müdigkeit … Das gilt auch für Büros, Fitnessstudios oder Verwaltungsgebäude.

Keimreduzierung plus CO2-Echtzeitmessung – kein Wunder, dass der Raumluftentkeimer von TBRS zu Covid-Zeiten durch die Presse ging. Der erste große Auftrag kam aus dem Bürgerbüro Mittweida. Und dann regneten die Aufträge nur so herein. Eine Fitnessstudiokette in München, Großraumbüros in Gera, die Bundeswehrschiedsstellen, verschiedene Schulen, in denen die Kindkranktage messbar zurückgingen – ein Riesengewinn auch für die Wirtschaft, und natürlich für die Gesundheit unserer Kinder!

Erfinderbüro mit Zukunftsvision

Mit dem Medieninteresse rückte auch der Kühlmittelentkeimer wieder in den Fokus. Die Vorteile für die Maschinenbauer und Metallbearbeiter liegen auf der Hand: Das Kühlschmiermittel hält zwei- bis viermal länger und muss nicht entsorgt werden, und die Mitarbeiter, die damit täglich zu tun haben, sind deutlich weniger krank. Besonders Hautprobleme wie Neurodermitis sind oft auf den Umgang mit KSS zurückzuführen. „Unsere UVC-Entkeimung für KSS gehört in jede Maschine“, ist Thomas Berlin überzeugt.

Wenn sie das geschafft haben, können sich die beiden Initialengeber von TBRS wieder dem zuwenden, was sie am liebsten machen: tüfteln und erfinden. „Unsere Vision ist die eines Erfinderbüros, wo alle Ideen Umsetzung finden“, bringt es Rico Schwarzbach auf den Punkt.

Und dann müssen die beiden jungen Männer los – zur Elternversammlung, wo sie ihre Raumluftentkeimer vor kommunalen Entscheidern vorstellen. Damit die Angst vor der Virensaison endlich ein Ende hat – und wir nie wieder den Satz hören: „Es sind so viele krank – na ja, es geht eben grad wieder rum.“ Denn das muss wirklich nicht sein – dank der genialen Ideen von TBRS!


Unternehmensprofil – TBRS Altmittweida

Branche:

Gerätebau für Lüftungstechnik und Maschinenbau

Leistungen | Produkte:

Raumluftentkeimer und KSS-Entkeimer

Anzahl der Mitarbeiter:

3

Gründung:

2021, TBRS schreibt die über 100 Jahren alte Geschichte der Unternehmerfamilie fort

Besonderheit:

Die beiden Erfinder Thomas Berlin (TB) und Rico Schwarzbach (RS) haben eine innovative Methode zur Entkeimung von Kühlschmiermittel mittels UVC-Strahlung entwickelt, die sich auch für die Entkeimung der Raumluft in Schulen, Krankenhäusern oder Büros einsetzen lässt.


CO2-Ampel:

♦ Der Luftentkeimer misst gleichzeitig den CO2-Gehalt in der Luft. Ein stylisches LED-Licht zeigt an, wann es mal wieder Zeit ist, die Fenster zu öffnen und frische Luft in den Raum zu lassen.

♦ Dann wechselt die Ampelfarbe von Rot über Gelb zurück auf Grün. Rico Schwarzbach demonstriert den Effekt sehr eindrücklich: Er pustet einfach seine Ausatemluft oben in das Gerät hinein. Zack – feuerrot. Dann kurz lüften, aber richtig (also auf wirklichen Durchzug achten, nicht nur das Fenster kippen!), und schon nach wenigen Minuten schaltet die CO2-Ampel wieder auf Grün.

♦ Perfekt für Schulen, die sogar mit öffentlichen Mitteln beim Kauf von CO2-Ampeln unterstützt werden – nur dass bei den Geräten von TBRS noch der zusätzliche Nutzen der Raumluftentkeimung inkludiert ist!


Die Geschäftsführer Rico Schwarzbach und Thomas Berlin stehen in einem Büro vor einem weißen Schrank und blicken lächelnd in die Kamera. An der Wand hängt ein gerahmtes Gemälde mit der Darstellung eines Fabrikgebäudes und einer Landschaft.
Der Urgroßvater von Thomas Berlin kam um 1900 aus der Lausitz nach Altmittweida und baute hier ein Textilunternehmen auf, das die gesamte Prozesskette vom Lumpenreißen bis zum fertigen Scheuertuch abbildete. Nach der Wende wurde die Textiltradition in einem Teil der Gebäude mit einer Konfektion von Filterschläuchen weitergeführt. Im Jahr 2002 gründete der Vater von Thomas Berlin auf diesem Gelände das Metallbearbeitungsunternehmen TSB. Der Sohn übernahm die Firma 2021 und baute sie um – und so sitzt auch die TBRS heute auf dem Gelände des Betriebes, den Thomas Berlins Urgroßvater vor über 100 Jahren gründete. © Dr. Sylva-Michèle Sternkopf

Zwei Männer, Rico Schwarzbach (links) und Thomas Berlin (rechts) sitzen in einem Büro. Hinter ihnen hängt ein Bild an der Wand, es zeigt eine Landschaft. Unter dem Bild steht ein Sideboard. Der Raum ist hell und freundlich.
Ärmel hoch: Rico Schwarzbach (links) und Thomas Berlin (rechts) sehen sich als Erfinder und Tüftler, die den ganzen Kopf voller Visionen und Ideen haben und am liebsten alle davon umsetzen möchten. Die beiden schwingen auch menschlich auf einer Wellenlänge – das spürt man sofort, wenn man mit ihnen ins Gespräch kommt. © Dr. Sylva-Michèle Sternkopf

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