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Die Zukunft der Landwirtschaft

Wie soll die Zukunft unserer Landwirtschaft aussehen? Wie wollen wir uns ernähren? Und unter welchen Bedingungen sollen die Tiere leben, die uns Milch und Fleisch und andere Rohstoffe liefern? Fragen wie diesen geht Thomas Seidel seit mehr als 30 Jahren auf den Grund. Mit seinen beiden Unternehmen, der Hermes Stalleinrichtungen GmbH und der Seidel Pferdeeinrichtungen GmbH in Flöha, hat sich der studierte Diplom-Agraringenieur dem Erhalt der zukunftsfähigen heimischen Landwirtschaft verschrieben. Für ihn steht dabei die existenzielle Frage im Raum: „Wo gehen wir hin? Werden wir in zehn Jahren in Deutschland noch Lebensmittel produzieren?“

Wissenschaft trifft Praxis

Als Gründungsmitglied des Zentrums für zukunftsfähige Tierhaltung e.V. (zfzt) gestaltet Thomas Seidel die Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis und Forschung. Gemeinsam mit Partnern wie der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig, der TU Dresden, der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) und der TU Bergakademie Freiberg sind die Firmen Seidel und Hermes aus Flöha Gründungsmitglieder des zfzt.

"Wir wollen dem Verbraucher klarmachen, dass wir die Landwirtschaft hier in Deutschland brauchen“, sagt Thomas Seidel. „Alle wollen gesunde und regionale Lebensmittel, und gleichzeitig sinkt die gesellschaftliche Akzeptanz der Agrarwirtschaft in Deutschland seit Jahren. Es stinkt‘, ‚die armen Tiere‘, ‚bitte nicht düngen‘ – all diese Forderungen aus der Bevölkerung nehmen wir ernst und suchen nach Lösungen, wie wir Tierwohl, zukunftsfähige Landwirtschaft und regionale Lebensmittelproduktion sinnvoll vereinen.“

Ziel ist, eine nachhaltige, ganzheitliche und nachnutzbare Systemlösung mit gesellschaftlicher Akzeptanz zu entwickeln, die Planern als Blaupause für zukünftige Stallbauprojekte dient – so dass auch die Landwirte darauf vertrauen können, dass ihre Investitionen wirtschaftlich sinnvoll angelegt sind. 

Durchdachte Planung

„Eine der größten Schwächen, die wir in Deutschland haben, ist eine zu oberflächliche Planung“, ist Thomas Seidel überzeugt. Als Generalauftragnehmer im Landwirtschaftsbau weiß er: Eine durchdachte Planung legt den Grundstein für Investitionen, die sich für den Auftraggeber langfristig auszahlen. „Landwirte wählen diesen Beruf aus Liebe zur Natur“, weiß Thomas Seidel aus jahrzehntelanger Erfahrung. „Bodenständigkeit und Tierwohl stehen für die meisten an erster Stelle. Trotzdem müssen sie am Ende des Monats gut von ihrer Arbeit leben können – trotz der enormen Auflagen von Behörden und den hohen Erwartungen der Verbraucher.“

Patente für das Tierwohl

Mit diesen zukunftsorientierten Stallbauten leisten Thomas Seidel und sein Team einen wichtigen Beitrag zur modernen Landwirtschaft. Wie groß die Innovationskraft in Flöha ist, zeigt ein Blick auf das aktuelle Jahr: Gleich drei neue Patente hat Thomas Seidel angemeldet, die alle ein Ziel verfolgen – den Komfort und das Wohlbefinden der Tiere im Stall weiter zu verbessern. Neben einer vorausschauenden Planung ist für ihn vor allem der Unterbau entscheidend: „Landwirtschaftsbau ist ein komplexer Spezialbau. Strenge Umweltanforderungen, Gülleableitung und höchste Tierwohlstandards müssen Hand in Hand gehen. Wasserleitungen müssen auf den Zentimeter genau dort herauskommen, wo die Tränke später steht. Zu fast jedem modernen Stall gehört heute ein integriertes Verwaltungs- und Bürogebäude, dessen Bauqualität und Energiestandards mit einem hochwertigen Wohnhaus vergleichbar sind.“ Als Generalauftragnehmer koordiniert Thomas Seidel mit seinem Team all diese Gewerke aus einer Hand. Er bringt die Erfahrung aus 36 Jahren Unternehmensgeschichte ein und versucht für jede bauliche Herausforderung die passende Lösung zu finden.

Visionen werden Realität

Für innovative Projekte ist Thomas Seidel immer zu haben. So wirkte er mit seiner Firma Hermes Stalleinrichtungen an der Gestaltung des Kuhgartens bei Dresden mit – mit Bäumen im Stall, einer Liegewiese für die Tiere und viel Licht in den geräumigen Stallungen. Auch den Baustoff Holz möchte er in einem aktuellen Forschungsprojekt mit dem Holzbaukompetenzzentrum Dresden den Landwirten wieder schmackhaft machen. „Stellen Sie sich vor: ein mobiler Pferdestall mit begrüntem Dach, gebaut aus einheimischen Hölzern, die nicht nur klimafreundlich und nachhaltig sind, sondern auch für ein gutes und tierfreundliches Innenklima sorgen – das ist doch was“, lacht Thomas Seidel und ergänzt mit wohlwollender Nachdenklichkeit: „Unsere Welt ist nur einmal da. Ich möchte mit meinen Unternehmen aktiv daran mitwirken, eine Landwirtschaft zu schaffen, in der Nachhaltigkeit, Tierwohl, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit kein Widerspruch sind, sondern sich zu einem großen und sinnvollen Gesamtbild vereinen.“

Steckbrief | Hermes Stalleinrichtungen GmbH und Seidel Pferdeeinrichtungen GmbH | Flöha

Branche:

Stallbau & Stalleinrichtungen für Rinder- und Pferdeställe

Leistungen | Produkte:

Stalleinrichtungen, Tor, Türen, Boxen, inklusive Stallbau und Planung

Anzahl der Mitarbeiter:

ca. 30 (ca. 20 bei Hermes und ca. 10 bei Seidel)

Gründung:

1990, mittlerweile in 3. Generation

Besonderheit:

Thomas Seidel engagiert sich aktiv im Zentrum für zukunftsfähige Tierhaltung

Unser Unternehmen des Monats ist #mehralsmittel

weil,
... hier Unternehmen schon heute daran arbeiten, wie die Landwirtschaft von morgen aussehen kann. 
... hier Tierwohl, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit nicht gegeneinander ausgespielt, sondern gemeinsam gedacht werden. 
... hier Innovation nicht im Labor endet, sondern direkt im Stall ankommt. 
... hier Forschung, Wissenschaft und mittelständische Unternehmen gemeinsam Lösungen für die Landwirtschaft der Zukunft entwickeln. 
... hier aus einer guten Planung nachhaltige Investitionen entstehen – für Landwirte, Tiere und kommende Generationen. 
... hier Familienunternehmen seit Generationen Verantwortung für regionale Landwirtschaft übernehmen. 
... hier Patente nicht Selbstzweck sind, sondern das Leben von Mensch und Tier verbessern sollen. 
... hier aus Handwerk, Ingenieurwissen und landwirtschaftlicher Erfahrung zukunftsfähige Lösungen entstehen. 
... hier mittelständische Unternehmen mit Optimismus und Erfindergeist die Zukunft aktiv gestalten. 
... hier die Überzeugung lebt, dass regionale Landwirtschaft eine Zukunft verdient. 
Im Portrait Thomas Seidel mit Sohn Daniel
Professioneller Stallbau in 3. Generation: 1990, kurz nach der Wende, sagte Thomas Seidels Vater, der damals bei einer LPG arbeitete: „Komm, wir machen privat weiter.“ Land hatten sie nicht, also begannen sie, für die Landwirte zu arbeiten und Ställe zu bauen. Thomas Seidel, der damals in Meißen sein 2. Landwirtschaftsstudium absolvierte, stieg in die Firma seines Vaters mit ein. Im Jahr 2002 übernahm er die Anteile der anderen Partner und nahm seinen Sohn Daniel mit ins Unternehmen. © Dr. Sternkopf media group

Ein Mann steht in einer Werkhalle und hält ein großes gebogenes Metallrohr in der Hand. Im Hintergrund sind Maschinen zu sehen.
„Als Unternehmer bist du verpflichtet, davon auszugehen, dass das Glas halbvoll ist und nicht halbleer“, sagt Thomas Seidel, der sich mit der Firma Hermes Stalleinrichtungen GmbH aktiv im Zentrum für zukunftsfähige Tierhaltung engagiert. © Dr. Sternkopf media group

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