Erich Fritz – Geschäftsführer der SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH in Freiberg und Mitglied des Beirates für die Wirtschaftsregion Mittelsachsen

Was bedeutet für Sie Nachhaltigkeit heute?

Wirtschaften ist kein Selbstzweck. Materielle und ideelle Werte sind die Basis einer jeden Geschäftstätigkeit. Als Geschäftsführer einer kommunalen Beteiligungsgesellschaft bedeutet mir Nachhaltigkeit, unsere Geschäfte so zu führen, dass wir einen Mehrwert schaffen, der unserer Region von Nutzen ist und bei allem was wir tun, so verantwortlich mit unseren Ressourcen umzugehen und zu handeln, dass wir die Interessen zukünftiger Generationen beachten sowie die der Menschen heute. Das schließt die Wirtschaft, Institutionen und Verwaltungen ebenso ein wie jeden Einzeln.

Welchen Bezug haben Sie als Unternehmer und Mitglied des Beirates zum Thema Nachhaltigkeit?

Der Konvent für die Wirtschaftsregion Mittelsachsen besteht aus sieben Vertretern der Wirtschaft und Wissenschaft des Landkreises Mittelsachsen. Er setzt den Rahmen für die Aufgaben des Regionalmanagements mit den zentralen Themen: Standortmarketing, Technologietransfer und Fachkräfte. Mir geht es in erster Linie darum, bestehende Nachhaltigkeitsprojekte und -initiativen weiter voran zu treiben und inhaltlich zu vertiefen. Die Wirtschaftsregion Mittelsachsen steht auch wie alle anderen Regionen vor globalen Herausforderungen mit komplexen Strukturen wie beispielsweise der Energienachfrage, des Klimawandels, der Wirtschaftsentwicklung und der sozialen Gerechtigkeit. Nachhaltige Entwicklung impliziert aber auch Grenzen und Verzicht. Außerdem werden heute die Begriffe „nachhaltig“ und „Nachhaltigkeit“ inflationär und zudem oft falsch oder missverständlich verwendet und alles Mögliche mit diesem Attribut versehen. Zugleich treffen wir jedoch in vielen Bereichen bereits auf Nachhaltigkeit in ihrem ursprünglichen, positiven Sinn.

Wie kann jeder Einzelne mit dem Thema umgehen und die Wirtschaftsregion Mittelsachsen nachhaltig stärken?

Ich denke hier insbesondere an die Bemühungen um mehr Ressourceneffizienz und Ressourcenschonung. Diese Themen bewegen auch die Menschen und die Unternehmen in Mittelsachsen. Die TU Bergakademie Freiberg, deren Leitgedanke in Forschung und Lehre die nachhaltige Entwicklung entlang der Wertschöpfungskette ist, bietet zugleich ideale Voraussetzungen für die Entwicklung zukunftsfähiger Ideen und Innovationen, von denen die Wirtschaft und jeder Einzelne profitieren kann. Es lohnt sich also noch intensiver und gemeinsam darüber nachzudenken, wie wir wirtschaftliche, soziale und umweltpolitische Aspekte unter einen Hut bringen und somit der Nachhaltigkeit wichtige Impulse geben können. Unsere Region hat aus der Tradition heraus viele Kompetenzen, gerade auf den Gebieten, die angesichts fortschreitender Globalisierung und knapper Ressourcen immer wichtiger werden. Diesen Vorsprung durch intensive Zusammenarbeit in vorhandenen Netzwerken auszubauen ist ein erklärtes Ziel unserer Unternehmungen.

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