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Denis Mußdorf: Die Arbeitskreise SCHULEWIRTSCHAFT gibt es jetzt seit vielen Jahren im Landkreis Mittelsachsen. Wie ist es zu ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit darin gekommen? Warum engagieren Sie sich gerade im Feld der Berufliche Orientierung? Martina Kilian: Im Schuljahr 2010/2011 habe ich die Oberschule Brand-Erbisdorf als Schulleiter übernommen. Die Schule war immer sehr aktiv seitens der Berufsorientierung, was durch die BO-Lehrerin Frau Schaarschuh getragen wurde. 2011 fand auch eine personelle Umstrukturierung des Arbeitskreises Freiberg statt. Der bis dahin amtierende Vorsitzende Schule legte sein Amt nieder und ich wurde gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, dieses Amt zu übernehmen. Es entwickelte sich eine hervorragende Zusammenarbeit mit der IHK, verschiedenen Trägern und Firmen der Region. Berufliche Orientierung sehe ich als eine grundlegende Aufgabe von weiterführenden Schulen. Wir bilden die Schüler nicht zum Selbstzweck aus und für ein Zeugnispapier auf dem Realschul- oder Hauptschulabschluss steht. Stattdessen sollen die Schüler ihre Stärken entdecken und diese müssen von der Schule gefördert werden. Das ist eine Grundlage, um eine entsprechende Ausbildung zu finden. Berufliche Orientierung an einer Schule bedeutet für mich auch, dass den Schülern die Vielfalt der Berufe aufgezeigt wird und sie die Möglichkeit bekommen, sich auszuprobieren, in die Firmen zu schnuppern und vielleicht mit Azubis oder Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Manchmal hilft das auch um festzustellen, dass man für diese Aufgabe eher nicht, aber für eine andere geeignet ist. Denis Mußdorf: Was konnte mithilfe der Netzwerke in den letzten Jahren aufgebaut werden? Martina Kilian: „Komm auf Tour“, die Messen „Schule macht Betrieb“ mit ungeheuren Teilnehmerzahlen (Das war am Anfang auch nicht so), „Woche der offenen Unternehmen“. Die genannten Dinge haben sich gut etabliert und zahlenmäßig mittlerweile einen guten Zuspruch Die Netzwerke an sich sind eine gute Unterstützung für die Berufsorientierung. Man kennt sich und so können Schulleiter, Vertreter von Firmen und Bildungseinrichtungen auch auf kurzem Weg Zusammenarbeit initiieren und koordinieren. Denis Mußdorf: Die Corona-Pandemie hat in allen Bereichen der Gesellschaft Spuren hinterlassen. Welche Auswirkungen gibt es auf die Berufsorientierung an Ihrer Schule? Martina Kilian: Sehr wichtig ist für mich immer der persönliche Kontakt. Unsere Schüler besuchen ab der Klasse fünf Unternehmen, dürfen sich umschauen und in unterschiedlichen Bereichen, z.B. auch in Pflegeberufen, im Projekt „care 4future“ beweisen. Durch Corona musste alles auf virtuelle Varianten umgestellt werden. Das ist bei weitem nicht so gut, wie selbst mal in einer Werkhalle zu stehen oder etwas auszuprobieren. Für unsere jetzigen Klassen neun hat überhaupt noch kein Praktikum stattfinden können, das ist sehr schade, da deren Berufswahl unmittelbar bevorsteht. Denis Mußdorf: Wo sehen Sie den größten Handlungsbedarf im Bereich der Beruflichen Orientierung und wie können die Probleme angegangen werden. Martina Kilian: • Struktur – viele Angebote, die die Nutzer manchmal verwirren • Netzwerke schaffen und die bestehenden erhalten- Arbeitskreise unterstützen • Wirtschaft, Schule und Elternhaus müssen Wichtigkeit erkennen und sich einbringen, damit Jugendlichen aktiv bei der Berufsorientierung unterstützt werden können Denis Mußdorf: Was sagen Sie Mittelsachsen, die sich im Bereich der Beruflichen Orientierung engagieren wollen? Martina Kilian: Wir wollen, dass unsere Jugendlichen in Mittelsachsen bleiben, sich hier niederlassen und Familien gründen. Die Region soll lebendig und jung bleiben. Das ist nur möglich, wenn es für die jungen Leute eine berufliche Zukunft in der Region gibt und sie auch entsprechend darüber informiert sind, dass z.B. der ein oder andere Ausbildungsberuf auch in Freiberg oder Döbeln angeboten wird und man dazu nicht nach Dresden, Leipzig oder noch weiterziehen muss.